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Tabus

Sehr viele Tabus prägen unsere (tw. verlogene und heuchlerische) Gesellschaft. Hier will ich v. a. die allzu menschlichen Bedürfnisse ansprechen. Jeder sehnt sich danach, jeder macht´s, aber...keiner redet darüber. Niemand will´s sehen oder hören. Wie verlogen ist das denn?

Von frühester Kindheit an beginnt die Konditionierung und Umerziehung. Das beginnt schon mit der natürlichen...

Nacktheit

"Da er von Gott geschaffen ist, kann der menschliche Körper nackt und unbedeckt bleiben und bewahrt doch unberührt seinen Glanz und seine Schönheit." Dieses Zitat stammt von Papst J. P. II aus dem Buch: Liebe und Verantwortung, Verlag St. Joseph, 2010.

Diese Aussage bringt´s auf den Punkt: niemand braucht sich nackt hinter meist sinnlosen Kleidern verstecken, geschweige denn, dafür zu schämen. In der Praxis sieht das leider immer wieder ganz anders aus. Selbst in der (katholischen) Kirche, dessen Oberhaupt J. P. II einst war, wird das anders gelebt.

Ich kenne einige Menschen, die mit ihrer eigenen Nacktheit nicht im Reinen sind und sich dem zu Folge auch nicht nackt anderen zeigen würden. Diese Menschen sind aber leider keine Ausnahmeerscheinung in meinem Umfeld, sondern sind in unserer Gesellschaft, nach meiner Erfahrung, leider der Großteil. So weit, so gut(oder auch nicht). Es liegt mir fern, diesen Menschen meine Einstellung überzustülpen. Das wäre ja dann auch schon wieder Konditionierung.

Viel schlimmer sind in diesem Zusammenhang - und dagegen wehr ich mich - diejenigen unter diesen Menschen, die immer wieder mit den fadenscheinigsten und verlogendsten Argumenten mir und anderen Gleichgesinnten unser (Nackt)Sein zu unterbinden versuchen.

Nummer eins unter diesen Argumenten ist:"...wenn das Kinder sehen...".   

Kleine Kinder sehen und betrachten einen (nackten) Menschen zu erst mal als das, was er ist: als Mensch. Egal, welche Geschlechtsmerkmale ihn zieren. Erst, wenn Kinder durch entsprechende Erziehung und somit Konditionierung die menschliche Nacktheit als etwas Schlechtes, Verbotenes oder gar Ekliges erfahren, werden sie entsprechend ablehnend reagieren. Somit liegt die Verantwortung und der sachliche Zusammenhang für oder gegen dieses Argument wieder bei den Erwachsenen. Wobei manchmal die Frage angebracht erscheint, wie erwachsen diese denn tatsächlich sein mögen.

Dazu eine nette, selbst erlebte Geschichte:

Vor etwa zehn Jahren war ich zum (Sonnen)baden in einer stillgelegten Lehmgrube. Ein herrliches Biotop. Nackte und bekleidete Erholungsuchende verbringen hier friedlich nebeneinander ihre Freizeit. Der Zugangsweg ist mitunter etwas steinig, was für Zartbesohlte geeignetes Schuhwerk notwendig erscheinen läßt.

Als ich spätnachmittags den Rückweg zum Parkplatz antrat, überholte ich auf diesem Weg eine junge Familie: Mama, Papa, Sohn (ca. fünf Jahre). Nachdem ich die Drei auf seiten des Jungen passiert hatte, sagte dieser in Anbetracht der Steine unter den Füßen: "Mama, schau mal! Der Mann ist barfuß!"                  Ich hatte außer mein Handtuch unter´m Arm nichts an. Die Eltern schmunzelten hörbar, worauf ich mich umdrehte und zurück grüßte.

Dem Knaben interessierte offensichtlich meine Nacktheit, die ihm bestimmt nicht entgangen war, nicht. Vielmehr sorgte er sich (von Mensch zu Mensch) um meine Füße.

 

Ein weiteres, all zu menschliches und auch biologisch natürliches Thema, das unter dem Knebel der gesellschaftlichen Tabus leidet ist die

 

Sexualität

Eine der schönsten und zugleich natürlichsten Beschäftigungen, die es gibt: Paarung. Weiterhin ist es doch das sinnvollste Bestreben einer jeden Spezies. Dient sie doch der Arterhaltung.

Ich rede in diesem Zusammenhang nur noch ungern von Sex.

"Wir haben Sex miteinander", "Wir schlafen miteinander" oder "Wir machen Liebe"

Diese oder ähnliche Aussagen treffen doch den Kern der Sache nicht im Ansatz. "Sex" ist in erster Linie ein englisches Wort und heißt ganz einfach "Geschlecht". Wenn zwei Menschen den Paarungsakt vollziehen, hat das mit Schlafen herzlich wenig zu tun. Im Gegenteil; hellwach werden die Beteiligten sein. Und...Liebe sollte und wird bestimmt mit im Spiel sein, machen kann man diese mit Sicherhheit nicht.

Deshalb habe ich für mich dafür den Begriff "Energieaustausch" gewählt.

Ich selbst erlebe das immer wieder so. Wenn ich mit einem Menschen zum Kuscheln zusammenkomme bin ich anschließend richtig satt; Energie geladen. Dabei muß der Paarungsakt gar nicht zwangsläufig stattgefunden haben. Für die Absicht der Nachwuchszeugung natürlich notwendig.

In diesem Zusammenhang ein weiteres Tabuthema ist 

 

Homosexualität

In unserer industriell zivilisierten Welt, mit all ihren religiös geprägten Dogmen wird die Heterosexualität meiner Ansicht nacht viel zu überbewertet. Natürlich ist es für den Fortbestand einer Spezies zwingend notwendig, daß zur Fortpflanzung Mann und Weib zusammenkommen. Aber nur um Energien auszutauschen, spielt die Zusammensetzung der Paarung doch keine Rolle.

Beobachten wir doch auch dazu wieder mal die Natur. Da gibt es bspw. Gazellenarten, Gänse, Delphine u. a. die sich nach der Paarungszeit gleichgeschlechtlich verlustieren. Oder gar in Dreierbeziehungen leben. Allerdings haben diese keine Religionen, die die Moralkeule schwingen und Verbote und Tabus aussprechen.

Wenn zwei Menschen zusammenkommen, um ihren ganz natürlichen Trieb zu befriedigen, geht´s doch in erster Linie um die Sympathie und Anziehung zwischen zwei Menschen. Welches Geschlechtsmerkmal diese ziert ist dabei vollkommen nebensächlich. Sollte sich daraus eine dauerhafte Beziehung entwickeln, ist mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit Liebe mit im Spiel. Eine tiefe Herzensliebe zwischen zwei Menschen, nicht zwischen zwei Geschlechtern.

Abgesehen von den o. g. Beispielen, gab es auch unter den Menschen und gibt es noch Kulturen, wo die Homosexualität ganz offen ausgelebt wurde und wird.

Also, bevor wieder einmal homophobe Anwandlungen hochkommen, bitte erst selbst mit dem Thema eingehend auseinandersetzen. Vor allem sollte man(n)/Frau sich mit sich selbst eingehend beschäftigen. Meine jahrelangen Beobachtungen zeigen immer wieder, daß gerade hier, bei sich selbst, der größte Handlungsbedarf besteht. All zu oft wird mit der teilweise gewaltsam ausufernden Homophobie das ureigenste Problem mit der eigenen körperlichkeit und Sexualität auf den oder die anderen projeziert, um von seiner eigenen "Baustelle" abzulenken.